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«Ich bin wirklich stolz auf mein Team»


Die Schweiz verliert gegen Slowenien mit 25:29 und muss als Gruppendritter nach der EM-Vorrunde die Heimreise antreten. Trainer Michael Suter spricht über den letzten Auftritt des Teams, bilanziert das Turnier und blickt in die Zukunft.

Interview: Stephan Santschi / Bild: Foto Wagner (aus Göteborg)

Michael Suter, wie sahen Sie das Spiel der Schweizer gegen Slowenien?

Wir hatten einen vernünftigen Start, waren mental parat und müssten eigentlich mit zwei, drei Toren führen. Dann verwarfen wir Bälle aus sechs Metern Distanz und davon haben wir uns verunsichern lassen. Die Slowenen kamen in Fahrt, wir liessen uns Bälle klauen, da ging mir sehr viel durch den Kopf. Danach konnten wir uns stabilisieren, fanden wie schon gegen Schweden solid rein nach der Pause und taten alles, um zurückzukommen. Dass wir nur mit vier Toren verlieren, darf letztlich als kleiner Erfolg gewertet werden. Eine Klatsche wäre extrem schwierig zu akzeptieren gewesen.

Wie resümieren Sie das Turnier Ihrer Mannschaft?

Der Sieg gegen Polen war grossartig, das kann uns keiner mehr wegnehmen. Dafür habe ich 12 Jahre gearbeitet, dieser eine Sieg gibt mir alles zurück, das macht mich sehr glücklich. Wir waren erstmals seit 14 Jahren wieder an einer Europameisterschaft dabei. Vor dreieinhalb Jahren waren wir ganz unten, jetzt nehmen wir am Konzert der ganz Grossen teil. Wir sind ein Team mit einem grossen Herz, wir haben Optionen, doch zu den Topteams herrscht schon noch eine Differenz, die können wir noch nicht dominieren.

Also sind Sie mit dem Auftritt zufrieden?

Das ist keine Floskel, ich bin wirklich stolz auf mein Team. Zwei Wochen lang war die Arbeitseinstellung fantastisch. Wir kämpften um jeden Ball, leider ging er gegen Slowenien ein paar Mal nicht ins Tor. Wir spielten gegen Mannschaften, die Spieler mit viel Erfahrung in der Champions League haben. Wir haben in unserem Land eine Euphorie auslösen können, auch gegen Slowenien waren immer noch viele Schweizer hier in Göteborg. Wir haben unseren Handball zum Leben erweckt.

Welches sind die nächsten Schritte, die die Schweiz auf dem Weg nach oben nehmen muss?

Mit dem Druck an einer EM klarkommen. Drei Spiele innerhalb von fünf Tagen sind brutal. Gegen Polen sind wir praktisch über den Platz geflogen, dann aber stellte sich die Müdigkeit ein. Mit Lucas Meister und Alen Milosevic haben wir Spieler, die vorne und hinten unverzichtbar sind. In der Defensive haben wir nicht so viele Optionen, wir bräuchten alle Rückraumspieler auch in der Verteidigung. Schauen Sie auf die Ungarn, da sind fast alle 2,05 Meter gross – darunter zwei Spieler, die selbst ich noch nicht kannte. Da sieht man, was auf uns zukommt. Doch wir haben grosse Pläne, gehen nun nach Hause und wollen in den nächsten Monaten und Jahren noch besser werden. Die Entwicklung fängt unten an. Damit werde ich mich spätestens ab morgen als Leiter der Handball-Akademie wieder beschäftigen, indem ich junge Spieler ausbilde.

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