top of page

Die Schweizer planen wieder Historisches

Die Schweiz steigt am Freitag gegen die Färöer Inseln in die EM. Ein Sieg ist Pflicht, um sich für die Teilnahme an der Hauptrunde eine gute Ausgangslage zu schaffen. Beim Gegner ist der Einsatz des Superstars fraglich.


Text: Stephan Santschi Bilder: Foto Wagner



Nach Verletzungen wieder zurück: Mehdi Ben Romdhane (im Bild), Manuel Zehnder und Lenny Rubin sorgen wieder für eine deutlich variablere Offensive.


«Österreich spielt absoluten Anti-Handball. Das möchte eigentlich keiner sehen, das ist sehr unattraktiv, auch für uns Spieler. Mit Hutecek und Bilyk haben sie zwei absolute Anführer und Alphatiere, die das Angriffsspiel in all ihrer Hässlichkeit leiten und dafür sorgen werden, dass es kein Handball-Leckerbissen wird.» So kommentierte Deutschlands Torhüter Andreas Wolff vor dem heutigen EM-Auftakt gegen Österreich (20.30 Uhr, live auf ARD) die 7-6-Offensive des Gegners und sorgte damit für Aufsehen.


Was hat diese Aussage mit der Schweiz zu tun? Nun, auch sie eröffnet das Turnier am Freitag (20.30 Uhr, SRF 2) gegen einen Kontrahenten, der die Überzahlvariante exzessiv praktiziert – die Färöer Inseln. «Es ist ein Spielstil im Handball, eine zusätzliche Variante, um anzugreifen», sagt Co-Trainer Thomas Zimmermann mit schweizerischer Neutralität und er führt aus: «Die Färinger spielen fast nur so. Sie haben eine Schablone mit ganz klaren Auslösungen, an die sich jeder hält. Die Passqualität stimmt, in 1-1-Situationen sind sie sehr stark, zudem machen sie kaum technische Fehler.»


Spielt Skipagøtu nur als Joker?

Zimmermann ist im Staff für die Videoanalyse zuständig, unterstützt vom zweiten Co-Trainer Fabian Böhm. «Wir wollen dem Gegner gewisse Situationen aus dem Spiel rausnehmen. Wir haben einen Plan, wo wir die Abschlüsse wollen, wo wir bei welchen Auslösungen decken und wie wir einander helfen müssen.» Offen ist, ob Färöer-Superstar Elias Ellefsen a Skipagøtu auflaufen wird, der Spielmacher des THW Kiel laboriert an einer Schulterverletzung und reist angeschlagen an das Kontinentalturnier.


Beide Testspiele gegen Italien (34:36, 38:34) hat der 23-Jährige verpasst, und so vermerkt Färöer-Cheftrainer Peter Bredsdorff-Larsen: «Im besten Fall wird Elias in einem der drei Spiele in Oslo als Joker eingesetzt. Natürlich ist das ein harter Schlag für uns, aber Handball ist ein Teamsport, und wenn einer nicht zur Verfügung steht, müssen andere in die Bresche springen.» Was ändert dies in der Schweizer Vorbereitung? «Nichts», erwidert Zimmermann, «wir rechnen mit Skipagøtu. Wenn er fehlt, wäre es für die Färöer Inseln aber schon ein massiver Einschnitt.»



Nati-Captain Nikola Portner wird im Sommer den SC Magdeburg verlassen.



Nikola Portner verlässt Magdeburg

Personalnews gibt es auch aus dem Schweizer Lager: Torhüter Nikola Portner hat seinen Abschied aus Magdeburg per Ende Saison bekannt gegeben, womit er den Champions-League-Sieger ein Jahr vor Vertragsablauf verlässt. «Die Jahre in Magdeburg waren für mich und meine Familie sehr prägend. Dennoch ist nun leider der Zeitpunkt gekommen, Abschied zu nehmen – eine Entscheidung, die mir alles andere als leichtgefallen ist», berichtet Portner. Bereits im November vermeldete «Sportbild», dass Portner mit dem ungarischen Champions-League-Teilnehmer Pick Szeged einig sein soll.


Und damit gehen wir rein in die Unity Arena von Baerum, einem westlichen Vorort von Oslo, wo die Schweiz am Mittwochabend ihr erstes Training absolviert hat. Alle 18 Mann sind fit, Valentin Wolfisberg ist als letzter Akteur aus dem Kader gestrichen worden. Neben der intensiven Arbeit in der Deckung, um den 7-6-Angriff der Färinger möglichst gut in den Griff zu bekommen, liegt der Fokus auf der eigenen Offensive, die durch die Comebacks von Manuel Zehnder, Mehdi Ben Romdhane und Lenny Rubin wieder deutlich variabler geworden ist.


Geht wieder ein Ruck durch die Mannschaft?

Ein Kritikpunkt am Yellow-Cup, den die Schweiz am vergangenen Samstag zum zehnten Mal als Sieger abgeschlossen hat, waren die fehlerhaften Phasen, in denen man den Gegner wiederaufgebaut hat. «Wir verfügen über viel Qualität, müssen nun aber Kontinuität reinbringen. Jeder Spieler muss sich nochmals um zehn Prozent steigern», erklärt Zimmermann und erinnert sich an die WM vor einem Jahr, «als ein riesiger Ruck durch die Mannschaft gegangen ist». Damals klassierte sich die Schweiz auf dem elften Schlussrang und errang die beste WM-Platzierung seit 30 Jahren.


Um erneut Historisches zu schaffen, muss sie in der Gruppe D mit den Färöer Inseln, Slowenien (Sonntag, 20.30 Uhr) und Montenegro (Dienstag, 18 Uhr) mindestens den zweiten Platz belegen, dann zieht die Schweiz in die Hauptrunde der besten zwölf Teams ein. Das gelang ihr an einer EM bisher erst einmal, 2004 in Slowenien. Das Spiel gegen die Färöer Inseln, die dank tausenden von Landsleuten auf der Tribüne ein Heimspiel bestreiten dürften, bezeichnet Trainer Andy Schmid als Dosenöffner für ein erfolgreiches Turnier.


Jetzt das Handballworld Magazin abonnieren! Das Abo gibt es hier!


WE LOVE HANDBALL.

 
 
 

Kommentare


Featured Posts
Versuche es später erneut.
Sobald neue Beiträge veröffentlicht wurden, erscheinen diese hier.
Recent Posts
Archive
bottom of page