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Wir haben ein grosses Herz


Die Schweiz ist zum EM-Auftakt gegen Schweden absolut chancenlos. Spielmacher Andy Schmid spricht über die 21:34-Schlappe gegen den Co-Gastgeber, seinen Sturz auf den Rücken und er erklärt, weshalb er trotzdem stolz ist.

Text: Stephan Santschi / Foto: Foto Wagner

Andy Schmid, ein Genuss war das Spiel gegen Schweden nicht. Andy Schmid: Irgendwie schon, doch. Wir haben gut begonnen, danach aber zu viel verworfen. Am Ende müssen wir realistisch sein und mit beiden Beinen am Boden bleiben. Wir haben gegen ein Team verloren, das um die Medaillen kämpfen wird und dies vor 12'000 Zuschauern. Wir dürfen nicht vergessen, woher wir kommen.

Kleine Chancen auf eine Sensation hatte sich die Schweiz aber schon ausgemacht. Klar wünschten wir uns ein besseres Resultat, wir hofften, dass die Schweden vielleicht zu viel Druck verspüren würden. Letztlich war dieses Spiel für unsere junge Mannschaft nach der langen Zeit ohne Qualifikation wie ein Final.

War die Mannschaft im ersten EM-Spiel seit 14 Jahren zu nervös? Ausser Ihnen hatte das bisher ja noch niemand erlebt. Wir haben im Rückraum viele Bälle verworfen, dann waren wir mit neun Tore hinten und es schien zuweilen, als ob wir den Abschluss vorne verweigern würden. Nun haben wir das erste Spiel, das alle herbeigesehnt haben, durch, jetzt sind wir in der EM angekommen. Wir sind enttäuscht, dürfen aber nicht zu lange darüber nachdenken. Nach einer Niederlage mit 13 Toren Differenz ist man zwar nie stolz. Doch wenn ich sehe, wie viele Schweizer hier waren und wie sie uns unterstützt haben, macht mich das stolz. Es war ein grossartiger Moment in dieser Halle.

Sie selber kamen gegen Schweden auch nicht so recht auf Touren. Ich habe viel geworfen, viel probiert, doch es hat nicht klappen wollen. Es war nicht so leicht gegen die Schweden, einige von ihnen sehen mich bei den Rhein-Neckar Löwen jeden Tag im Training (schmunzelt).

Keine vier Minuten waren gespielt, da lagen Sie am Boden und krümmten sich vor Schmerzen. Das war ein Schreckmoment. Ich fiel nach einem Zweikampf auf den Rücken, doch das hat mich nicht behindert. Alles gut.

Wie blicken Sie nun dem Sonntag und dem zweiten Spiel gegen Polen entgegen? Wir haben ein grosses Herz. Wir wollen allen zeigen, dass wir besser sind, dass wir besser spielen können, als wir es gegen Schweden gezeigt haben. Wir werden zusammenstehen.

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