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Schwierige Mission Ligaerhalt

Der NLA-Tabellenletzte Fortitudo Gossau bleibt auch nach elf Runden sieglos. Doch Gossau will sich gegen das drohende Schicksal stemmen. Eine finanziell «verkraftbare Lösung» soll der Mannschaft zudem nochmals Schub verleihen.

Fortidudo Gossau steht in der NLA tief im Tabellenkeller. Lediglich ein Punkt resultierte aus nunmehr 11 Partien. Am Samstag vermochte das Team gegen GC Amicitia Zürich die erste Halbzeit (14:17) zwar noch mitzuhalten, dann war es jedoch einmal mehr um die Fürstenländer geschehen.

«Natürlich hätten wir uns den einen oder andern Punkt mehr erhofft», sagt Trainer Rolf Erdin, der die Mannschaft bereits in der fünften NLA-Saison betreut. Obwohl den Gossauern – vor allem aufgrund der gemachten Erfahrungen aus den vergangenen Spielzeiten – bereits zum Start klar war, wieder vor einer sportlich herausfordernden Aufgabe zu stehen. So vermochte man beispielsweise in der vergangenen Spielzeit den Abstieg in der Barrage gegen den NLB-Vertreter Endingen buchstäblich erst in der allerletzten Sekunde noch zu verhindern.

Die Häufung individueller Fehler

Die von Trainer Erdin angesprochenen Zähler wären speziell zu Saisonbeginn auch durchaus möglich gewesen. Gegen die übermächtigen Kadetten aus Schaffhausen war das Team sechs Minuten vor Schluss noch dabei und kassierte dann zwei entscheidende Zweiminutenstrafen und letztlich eine deutliche Niederlage. Oder gegen den zu dieser Zeit verunsicherten BSV Bern Muri lag Gossau zur Halbzeit noch mit vier Toren vorne. Suhr Aarau, St. Otmar St. Gallen, sogar Pfadi Winterthur schienen keineswegs übermächtig.

Doch einmal in der Abwärtsspirale drin, ist diese jeweils schwer aufzuhalten. «Die individuellen Fehler begannen sich zu häufen», sagt Rolf Erdin. Zusehends hätten sich bei den Spielern Blockaden aufgebaut. Den Knoten der Verunsicherung zu lösen, sei schwierig. Dennoch ist der Trainer nach wie vor zuversichtlich, «die Liga erneut halten zu können.»

Leader auf dem Platz fehlt

Neben diversen Einzelgesprächen appelliert der Teamverantwortliche vor allem an die Eigenverantwortung der Spieler. Das beginne schon im Training. «Da muss jeder das eine oder andere Prozent nochmals zusätzlich investieren.» Zudem fehlt Gossau im Moment ein klarer Leader auf dem Platz fehlt. «Einer, der vorne weg marschiert», wie es Erdin formuliert. Oft komme es ihm vor, als ob nach einem Fehlschuss das Selbstvertrauen sogleich weg sei, die Spieler gar eine gewisse Angst vor dem Gewinnen verspürten.

Aufgeben in dieser ungemütlichen Situation, kommt für Gossau aber nicht in Frage. Im Gegenteil: Mit der Verpflichtung des 40-fachen iranischen Nationalspielers Afshin Sadeghi will der Verein nochmals ein positives Zeichen setzen. Der 23-Jährige mit den Gardemassen von knapp zwei Meter Grösse und rund 100 Kilo Körpergewicht soll den Druck aus dem Rückraum verstärken und die Deckung stabilisieren. Beim Einstand gegen GC Amicitia Zürich hat er aus zehn Versuchen sechs Tore geworfen. Direkt aus dem Iran kommend, will er Gossau - bei seiner ersten Station in Europa – als Sprungbrett auf dem Weg in die Deutsche Bundesliga nützen.

«Keine Nervosität vorhanden»

Und wie beurteilt Präsident Franz Würth die aktuelle Situation? Er sagt: «Praktisch Jahr für Jahr werden wir von der Handballfachwelt als Abstiegskandidat Nummer eins gehandelt. Bei der Mannschaft und dem Umfeld ist daher keine Nervosität vorhanden. Vielmehr haben wir gelernt, damit umzugehen.» Zudem müsse man mit 350'000 Franken für die 1. Mannschaft und somit dem kleinsten Budget aller NLA-Vereine auch Realist sein.

Sich kampflos dem Schicksal ergeben, will man sich in Gossau allerdings nicht. Dahingehend ist auch der Transfer von Afshin Sadeghi zu verstehen. Denn der Iraner war natürlich nicht «gratis» zu bekommen. Es sei jedoch eine für den Verein verkraftbare Lösung, bei der allerdings auch einige Freunde finanziell mitgeholfen hätten, erklärt Franz Würth.

Die nächsten Spiele:

Sa, 19.11.16, 17.30 Uhr TSV Fortitudo Gossau – St. Otmar St. Gallen

Mi, 23.11.16, 19.30 Uhr Pfadi Winterthur – TSV Fortitudo Gossau

Ernesto Piazza

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