«Die Slowakische Liga weist kein besonders hohes niveau auf»

Peter Kukucka übernimmt neu das Traineramt bei Kriens-Luzern. Der 39-jährige Slowake äusserst sich kritisch über den Handball in seinem Heimatland.


Reto Pfister


Peter Kukucka will Kriens-Luzern zum Erfolg führen. Foto: zVg


Sie sind der neue Trainer von Kriens-Luzern. Wie kam es zum Engagement?

Mich hat das ganze Konzept überzeugt, die Ziele die der Verein verfolgt. Seit längerer Zeit standen wir bereits in Kontakt. Das Team weist eine gute Mischung aus erfahrenen und jungen Kräften auf.


Sie werden der Chef von Andy Schmid. Wie gehen Sie die Zusammenarbeit an?

Ich kenne Andy seit vielen Jahren, unsere Wege haben sich immer wieder gekreuzt. Ich freue mich enorm, mit ihm arbeiten zu können. Er will wie ich zu 100 Prozent den Erfolg.


Welche Spielphilosophie verfolgen Sie?

Das Wichtigste ist die Deckung. Sie muss sicher stehen, sie ist die Basis für erfolgreiches Handballspiel. Im Angriff will ich schnell spielen lassen, die erste, zweite und dritte Welle müssen funktionieren. Die Spieler sollen gewisse Freiheiten haben, um kreativ agieren zu können, dabei aber auf ein sicheres Grundgerüst bauen können.


Ihr Engagement als slowakischer Nationaltrainer ist im Frühling zu Ende gegangen. Was war der Grund dafür?

Ich habe ja eigentlich noch einen Vertrag bis zum 30. Juni, nur finden keine Spiele mehr statt. Der Verband und ich haben über eine Verlängerung verhandelt, wir konnten uns aber nicht einigen. Es war aber eine riesige Ehre, das Nationalteam meines Heimatlandes zu trainieren.


Die Slowakei hat seit geraumer Zeit den Anschluss an die europäische Spitze verloren. Was ist falsch gelaufen?

Aus einigen Spielergenerationen sind leider nicht wirklich viele gute Spieler herausgekommen. Es sind einige im Ausland aktiv, aber nicht in Topvereinen. So können wir oft 50 Minuten lang mithalten, die schwächere Phase zwischendurch nützen die Gegner dann aus. Auch die slowakische Liga weist nicht besonders gutes Niveau auf, mit Tatran Presov hat nur ein Verein wirklich professionelle Strukturen.


Wie sieht es beim Nachwuchs aus?

Leider auch nicht sehr gut. Die U-21- und U-19-Teams tun sich gegen Nationen schwer, gegen die die Slowakei vor 10, 15 Jahren klar dominiert hat. Die Ausbildung ist nicht optimal. Das führte dann dazu, dass wir im Nationalteam über Basics sprechen mussten, obwohl nur wenig Vorbereitungszeit zur Verfügung stand.


Zurück zu Kriens: Die Besetzung Ihrer neuen Mannschaft lässt vermuten, dass ganz hohe Ziele angestrebt werden. Wie beurteilen Sie die Ausgangslage?

Von Titeln oder ähnlichem will ich jetzt gar nicht sprechen. Ich werde von Tag zu Tag schauen. Und es gibt nicht nur die Kadetten oder Pfadi, die Liga ist insgesamt stärker und ausgeglichener geworden.


Sie werden gegen die Kadetten antreten, wo sie sowohl als Spieler als auch als Trainer aktiv waren. Wie wird das für sein?

Ich freue mich schon, es ist etwas Spezielles. Ich kenne dort jeder Ecke der Halle und viele Leute, und einige Spieler waren auch schon bei den Kadetten. Aber es werden dennoch normale Spiele sein mit einer normalen Vorbereitung.

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