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Wacker kehrt zurück zu den Wurzeln


Wacker Thun startete glanzvoll in die Saison, geriet zuletzt aber etwas aus der Spur. Trainer Martin Rubin erklärt weshalb. Und spricht über die Bedeutung des Cups, dessen Achtelfinals in dieser Woche ausgetragen werden.

Makellos war sie, die Thuner Bilanz nach sechs Meisterschaftsrunden, mit dem Punktemaximum grüssten sie von der Tabellenspitze der NLA. Danach folgte aber ein kleiner Absturz, gleich dreimal in Serie verlor Wacker, erst am letzten Wochenende mit dem 35:21-Heimsieg gegen Schlusslicht Gossau fand man wieder zum Erfolg zurück. «Die Ausfälle von Raemy und Rubin waren schwer zu verdauen. Wir haben uns erst wieder finden müssen. Kam hinzu, dass wir mit dem Europacup gerade eine intensive Phase hatten», blickt Trainer Martin Rubin zurück. In der zweiten Runde des EHF-Cups scheiterte man an den Ukrainern von Saporoschje mit dem Gesamtskore von 44:45 äusserst knapp.

Out von Raemy und Rubin wiegt schwer

Zweifellos: Die Rückraumspieler Raemy und Rubin sind zwei Stützpfeiler im Spiel von Wacker Thun. Rubin umschreibt deren Bedeutung so: «Raemy ist ein Kreativkopf, der sich gerade gegen offensive Deckungen besonders in Szene zu setzen weiss. Dann ist er mit seiner Beweglichkeit und seinen Ideen Gold wert.» Und zu Lenny, seinem 20-jährigen Sohn, sagt Rubin: «Er sorgt für einfache Tore, wenn er ohne Angriffsauslösung oder Hilfe seiner Mitspieler aus der Distanz abzieht.» Ohne Raemy und Rubin würden ihnen pro Spiel rund zehn Treffer fehlen. Die personelle Situation wird zusätzlich verschärft durch den Ausfall des rechten Flügels Markus Hüsser (Knorpelschaden), der gegen offensive Abwehrreihen auch im Aufbau eingesetzt werden kann.

Thun setzt Fokus auf Spielzüge

Wie lange Raemy und Rubin, die beiden Schweizer Nationalspieler, noch ausfällen werden, ist ungewiss. Linkshänder Raemy leidet an einem Schleudertrauma mit leichter Gehirnerschütterung. «Das kann noch zwei Wochen oder auch zwei Monate dauern», sagt Martin Rubin. Rechtshänder Lenny Rubin zog sich einen Anriss des Meniskus zu und musste operiert werden. Zwei Wochen geht er noch an Krücken, dann beginnt der Aufbau. «Bestenfalls kehrt Lenny Anfang Dezember zurück.» Damit fehlen die beiden Thuner auch der Schweizer Nationalmannschaft, wenn diese Anfang November in Slowenien und zu Hause gegen Deutschland in die EM-Qualifikation startet.

Wie hat sich das Thuner Spiel aufgrund der gewichtigen Absenzen verändert? «Individuell sind wir schwächer, also halten wir uns wieder stärker an unsere Leitplanken», antwortet Rubin und führt aus: «Wir spielen seit Jahren mehr oder weniger die gleichen Angriffsauslösungen, diese beherrschen wir aus dem Effeff. Auf Wunsch der Spieler haben wir diese im Training wieder von Grund auf angeschaut. Wir sind sozusagen zu unseren Wurzeln zurückgekehrt.» Ein Transfer von Wackers Farmteam Steffisburg drängte sich dabei ebenso wenig auf, wie die Reaktivierung eines ehemaligen Cracks.

Comeback von Roman Schelbert

Letzteres tut übrigens Kriens-Luzern. Roman Schelbert, der ehemalige Nationaltorhüter, kehrt für den Cup-Achtelfinal am Donnerstag in Altdorf vorübergehend zu den Zentralschweizern zurück. Der 34-Jährige hatte am Ende der letzten Saison seinen Rücktritt erklärt. Die aktuelle Goalieproblematik in Kriens (Bar angeschlagen, Portmann verletzt, Ineichen im Cup nicht für den HCK spielberechtigt) ist für sein Comeback ausschlaggebend. Die Thuner reisen bereits am Mittwoch zur SG Horgen. Fehltritte sind nicht erlaubt, der Cup hat einen hohen Stellenwert, was Martin Rubin so begründet: «Mit Wettkampf- und Losglück ist es einfacher den Titel zu holen, als in der Meisterschaft. Einige Teams können Schaffhausen in einem einzigen Spiel schlagen. Es wäre cool, wieder mal den Cup zu gewinnen.»

Stephan Santschi

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