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Die Schweiz macht den nächsten Schritt

Die Schweizer verpassen an ihrer ersten EM seit 14 Jahren die Qualifikation für die Hauptrunde. Gegen Polen gelang der Mannschaft der erhoffte Sieg, doch sie zahlte auf dem internationalen Parkett auch viel Lehrgeld. Eine Analyse. Text: Stephan Santschi / Bild: Foto Wagner (aus Göteborg) Nicht nur die Kanterniederlage, auch das exakte Ergebnis hatte grosse Aussagekraft. Das Startspiel an der Europameisterschaft gegen Co-Gastgeber Schweden verlor die Schweiz mit 21:34 und damit genau gleich hoch wie gegen Holland im Januar 2016. Damals stand sie am Tiefpunkt und brach mit dem neu installierten Nationaltrainer Michael Suter in eine bessere Zukunft auf. Nun, im Januar 2020, ist die SHV-Auswahl

«Ich bin wirklich stolz auf mein Team»

Die Schweiz verliert gegen Slowenien mit 25:29 und muss als Gruppendritter nach der EM-Vorrunde die Heimreise antreten. Trainer Michael Suter spricht über den letzten Auftritt des Teams, bilanziert das Turnier und blickt in die Zukunft. Interview: Stephan Santschi / Bild: Foto Wagner (aus Göteborg) Michael Suter, wie sahen Sie das Spiel der Schweizer gegen Slowenien? Wir hatten einen vernünftigen Start, waren mental parat und müssten eigentlich mit zwei, drei Toren führen. Dann verwarfen wir Bälle aus sechs Metern Distanz und davon haben wir uns verunsichern lassen. Die Slowenen kamen in Fahrt, wir liessen uns Bälle klauen, da ging mir sehr viel durch den Kopf. Danach konnten wir uns stabili

Göteborg und seine Klischees

Es ist beeindruckend, wenn diese Hünen nach einem Spiel durch die Interviewzone marschieren und in voller Grösse erscheinen. Von weit oben auf der Medientribüne haben die Masse des Polen Kamil Syprzak (2,06 Meter/115 Kilo) oder des Slowenen Blaz Blagotinsek (2,02 Meter/120 Kilo) ja nicht die gleiche Wirkung. Und doch gibt es in Göteborg ein Lebewesen, dass auch die eindrücklichste Handballer-Postur in den Schatten stellt – der Elchbulle auf dem Hügel im Slottsskogen-Park. Bis zu 500 Kilo schwer kann so ein Tier werden und sorgt in freier Wildbahn in Schweden jedes Jahr für tausende von Verkehrsunfällen. Daher rührt bekanntlich der Begriff des Elchtests in der Autoentwicklung, wenn die Stabil

Diesen Sieg wollen wir geniessen

Die Schweiz zeigt eine starke Reaktion auf die 21:34-Startniederlage gegen Schweden und bezwingt Polen im zweiten EM-Spiel mit 31:24. Rückraumspieler Roman Sidorowicz spricht über den historischen Erfolg und seine polnischen Wurzeln. Interview Stephan Santschi / Bild: Foto Wagner Roman Sidorowicz, Gratulation zum Sieg gegen Polen. Wie fühlt sich das an? Roman Sidorowicz: Einfach geil. Lange stand das Spiel auf der Kippe, lagen wir nur mit zwei Toren vorne. Wir haben unser Spiel aber 60 Minuten durchziehen können. Gegen Schweden waren wir nervös gewesen, daraus zogen wir die richtigen Lehren. Wir spielten mit mehr Ruhe und weniger Nervosität. Jetzt wollen wir diesen Erfolg einfach geniessen –

Nun braucht die Schweiz ein Wunder

Slowenien bezwingt Schweden überraschend mit 21:19 und trifft am Dienstag im letzten Spiel der EM-Vorrunde auf die Schweiz. Die SHV-Auswahl benötigt wohl einen Sieg mit mindestens acht Toren Differenz, um weiterzukommen. Text: Stephan Santschi / Bild: Katja Bopp Es war eine gefühlsbetonte Sache für die Slowenen am Sonntag in der Scandinavium-Halle von Göteborg. Vor dem Spiel wurde ihr Trainer Ljubomir Vranjes vom schwedischen Publikum gefeiert, schliesslich ist er trotz seines Jobs beim Gegner einer von ihnen. Der 46-jährige Vranjes ist Schwede, wuchs in einem Göteborger Vorort auf und war als Spieler Teil der goldenen Generation, die Schweden zu Titeln an Welt- und Europameisterschaften füh

Fika - die Kaffeepause

Sie sind zuweilen ohrenbetäubend, die lauten Bässe des DJ's in der Göteborger Scandinavium-Halle oder die überdrehten Ansagen des Speakers. Wenn die Schweden spielen, lässt auch das Publikum den Geräuschpegel stark nach oben ausschlagen. Wer von alledem etwas Abstand braucht und auch dem geschäftigen Treiben im Zentrum Göteborgs für kurze Zeit entfliehen will, findet rund 20 Gehminuten entfernt im Stadtteil Haga einen gemütlichen Rückzugsort für eine "fika", wie die beliebte Kaffeepause in Schweden heisst. Haga war vor über 350 Jahren als erste Vorstadt Göteborgs angelegt worden. Es ist bekannt für den speziellen Bau der Häuser, das sogenannte landshövdingehus besteht unten aus Stein und obe

Grau in Grau

Grau in Grau. So präsentiert sich Göteborg zum Auftakt der 14. Europameisterschaft. Früh wird es dunkel an der windigen und nasskalten Westküste Schwedens, die Sonne geht erst kurz vor 9 Uhr auf und bereits vor 16 Uhr wieder unter. Dass hier ein internationales Grossereignis über die Bühne geht, verraten ein paar Banner an Strassenlampen. Handball-Euphorie ist in der zweitgrössten Stadt des Landes (knapp 600'000 Einwohner) nicht spürbar. Doch der Schein trügt. Am Freitag sorgen 12'000 Zuschauer im Startspiel gegen die Schweiz für eine tolle Atmosphäre. Nicht minder stimmungsvoll zeigen sich die rund 500 Schweizer Anhänger. "Unsere Fans waren die besten Schweizer", sagt Nationaltrainer Michae

Polen sind in Reichweite der Schweiz

Das zweite EM-Spiel gegen Polen muss die Schweiz am Sonntag gewinnen, will sie ihre Chancen auf die Hauptrunde wahren. Die Polen verloren zum Auftakt gegen Slowenien mit 23:26 und beeindruckten dabei nicht sonderlich. Text: Stephan Santschi / Bild: Foto Wagner "Wir haben unser Bestes gegeben, wir haben gut gespielt. Doch wir waren nicht stark genug." So resümierte Polens Kreisläufer Maciej Gebala die EM-Auftaktpartie gegen Slowenien, die am Freitagabend im Göteborger Scandinavium mit 23:26 verloren ging. "Wir wussten: Wenn Slowenien keinen guten Tag hat, haben wir eine Chance. Wir wollten unbedingt gewinnen, doch es war ein schwieriges Spiel für uns." Nun, so gut waren die favorisierten Slow

Wir haben ein grosses Herz

Die Schweiz ist zum EM-Auftakt gegen Schweden absolut chancenlos. Spielmacher Andy Schmid spricht über die 21:34-Schlappe gegen den Co-Gastgeber, seinen Sturz auf den Rücken und er erklärt, weshalb er trotzdem stolz ist. Text: Stephan Santschi / Foto: Foto Wagner Andy Schmid, ein Genuss war das Spiel gegen Schweden nicht. Andy Schmid: Irgendwie schon, doch. Wir haben gut begonnen, danach aber zu viel verworfen. Am Ende müssen wir realistisch sein und mit beiden Beinen am Boden bleiben. Wir haben gegen ein Team verloren, das um die Medaillen kämpfen wird und dies vor 12'000 Zuschauern. Wir dürfen nicht vergessen, woher wir kommen. Kleine Chancen auf eine Sensation hatte sich die Schweiz aber

«Ich habe ein Gefühl für das Hinterlaufen der Abwehr»

Marvin Lier war am Yellow-Cup der beste Schweizer Torschütze. Vor dem EM-Startspiel am Freitag spricht der 27-jährige Aargauer über seine drei Monate in Flensburg, den ersten EM-Gegner Schweden und seine Rolle als einziger Linksflügel im Kader. Marvin Lier, mit 19 Treffern waren Sie am Yellow-Cup hinter dem Holländer Kay Smits der zweitbeste Torschütze des Turniers. Wie sieht Ihr Resümee aus? Ich bin froh, dass es mir so gut gelaufen ist. Doch das ist nicht mein Verdienst allein, sondern immer auch eine Teamleistung. Schliesslich schiesse ich auch die Penalties und die müssen vom Team erarbeitet werden. Welchen Nutzen hatte der Yellow-Cup unmittelbar vor dem EM-Start? Wir haben weitere Schr

Schweizer stimmen sich «wunderbar» auf die EM ein

Die Schweiz gewinnt den Yellow-Cup souverän und reist mit viel Selbstvertrauen an die EM nach Göteborg. Dort wartet am Freitag mit dem Startspiel gegen Gastgeber Schweden das erste Highlight auf das Team von Trainer Michael Suter. «Der Yellow-Cup lief so, wie wir es uns vorgestellt haben. Die Stimmung war super, wir haben unsere Gegner souverän kontrolliert. Wir haben alle Varianten in unserem Spiel testen können, es war eine riesige Teamleistung. Wunderbar!» Der Schweizer Nationaltrainer Michael Suter geriet am letzten Sonntag in der Winterthurer Axa-Arena geradezu ins Schwärmen. Sein Team setzte sich gegen die namhafte Konkurrenz aus der Ukraine, Tunesien und Holland durch und feierte de

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