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Vorrundenbilanz der Männer-WM: Wenig Überraschungen, fast alle Favoriten sind auf Kurs

Text: Björn Pazen


Der französische Nationalspieler Ludovic Fabregas im Abschluss gegen Slowenien. Bild: Kolektiff images


Man kann über die Aufstockung von Handball-Weltmeisterschaften auf 32 Mannschaften geteilter Meinung sein - entweder die Chance auf neue Gesichter oder künstliche Aufblähung des Wettbewerbs und deutlich mehr Langeweile. Für beides kann man es in der gerade zu Ende gegangenen Vorrunde der Männer-WM in Polen und Schweden Argumente finden. Auf der einen Seite die Aussenseiter, die Sensationen schaffen, auf der anderen Seite Ergebnisse wie 47:12 (Schweden gegen Uruguay), 40:22 (Kroatien gegen die USA) oder 37:21 (Deutschland gegen Algerien). Die Spreu hat sich zumindest teilweise vom Weizen getrennt - die schwächsten acht Mannschaften der acht Vorrundengruppen kämpfen nun um die Plätze 25 bis 32.


Darunter findet sich überraschend auch ein europäisches Team: Nordmazedonien, das in der WM-Qualifikation die Schweiz aushebelte. Der Start von Handballlegende Kiril Lazarow als Trainer ging schief, nachdem er die Mazedonier als Spieler und zuletzt als Spielertrainer im Alleingang zu Erfolgen geführt hatte. Dass das junge Team gegen Norwegen und die Niederlande verliert, war klar, aber die finale 26:35-Niederlage gegen Argentinien schmerzt doch sehr.


Die übrigen 16 europäischen Teams haben sich standesgemäss für die Hauptrunde qualifiziert - aber auch darunter ist eine Überraschung: WM-Debütant Belgien, der nur dank des Ausschlusses des russischen Verbands sein Ticket sicherte, bewies mit dem 31:29-Sieg über den mehrfachen Afrikameister Tunesien, das man verdientermassen beim Turnier dabei ist, und steht nun unter den 24 besten Teams. Ähnliche Überraschungen schafften die USA, die durch den Erfolg über Marokko eine Runde weiter kamen, der Iran (durch den Sieg über Chile) oder Kap Verde (Sieger gegen Uruguay) - die allesamt in der am heutigen Mittwoch beginnenden Hauptrunde am Start sind.


Europäer und Ägypten als Favoriten

Die Favoriten sind sie dort nicht, diese Rolle übernehmen vorrangig die Europäer - mit einer Ausnahme: Ägypten machte dort weiter, wo man mit dem Halbfinaleinzug bei den Olympischen Spielen von Tokio aufgehört hatte. Gleich am ersten Spieltag schockten die Nordafrikaner, die ohne ihre grossen Star Omar Yahia (Veszprem) antreten müssen, die Kroaten mit einer 31:22-Demontage. Danach gewann man locker die übrigen Spiele gegen die USA und Marokko und zog wie sechs weitere Teams verlustpunktfrei in die Hauptrunde ein. Drei Siege feierten auch Frankreich, Spanien, Norwegen, Deutschland, Schweden und Dänemark. Wobei Norwegen mächtig Dusel gegen die bärenstarken Niederländer hatte, die zur Pause des Topduells von Gruppe F mit 17:13 führten, am Ende aber unglücklich mit 26:27 verloren.


Gastgeber Polen enttäuscht

Eine weitere Enttäuschung neben den Kroaten war Co-Gastgeber Polen - während das 24:26 gegen Olympiasieger Frankeich im Eröffnungsspiel noch als Erfolg gewertet werden konnte, war das 23:32 gegen Slowenien eine herbe Enttäuschung - durch den Sieg über Saudi-Arabien wurde schließlich die Hauptrunde erreicht. Mit 0:4 Punkten als «Rucksack» hat man aber so gut wie keine Chancen mehr auf den Viertelfinaleinzug.

Am spannendsten ging es in Hammergruppe D zu, wo Südkorea alle Spiele verlor, sich die drei europäischen Teams aber gegenseitig die Punkte abnahmen: Ungarn, Mitte März zweimal Gegner der Schweiz in der EM-2024-Qualifikation, schlug Geheimfavorit Island nach Sechs-Tore-Rückstand Mitte der zweiten Hälfte mit 30:28, gab diese perfekte Ausgangslage aber mit dem 20:27 gegen Portugal wieder aus der Hand, so dass diese drei Teams nach dem 30:26 von Island über Portugal zum Start mit je 2 Punkten weiterkamen. Die Punke gegen diejenigen Teams welche als Gruppenvierte ausschieden, werden ja nicht in die Hauptrunde mitgenommen.




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