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EM-Quali: Zwei Matchbälle für die Schweiz

Die Schweizer Nationalmannschaft steht vor einer wegweisenden Woche: Am Mittwoch in Georgien (16 Uhr) und am Sonntag in Winterthur gegen Litauen (18 Uhr, AXA-Arena) bestreitet sie die letzten beiden Qualifikationsspiele zur Europameisterschaft 2024 in Deutschland. Die Ausgangslage ist sehr gut, die SHV-Auswahl steht nach vier Partien in der Gruppe sechs auf Platz zwei. Siegt sie in Georgien und gewinnt Litauen tags darauf nicht zu Hause gegen Gruppenkopf Ungarn, ist die fünfte EM-Teilnahme schon vor der abschliessenden Runde fix. «Alle brennen auf diese Spiele, wir wollen uns die nötigen Punkte holen», sagt Nationaltrainer Michael Suter.


Text: Stephan Santschi Bilder: Foto Wagner



Begonnen hat die Mission aber nicht nach Wunsch, das Flugzeug hob am Sonntag wegen Problemen mit der Software nicht in Frankfurt ab. Die Schweizer übernachteten im Flughafenhotel und reisten erst am Montag nach Georgien. «Wir hatten zwei Reisetage, das war nicht effizient. Doch in dieser Hinsicht sind wir abgehärtet», berichtet Suter mit Blick auf die turbulente Vorbereitung für die WM 2021 in Ägypten, die letztlich im starken 16. Schlussrang gipfelte. «Wir haben jetzt nur ein komplettes Training, der Gegner hat zwei. Wir werden aber eine klare und präzise Videositzung machen, wir wissen, worum es geht», so Suter.


Diskussion um formstarken Michael Kusio

Das 17-Mann-Aufgebot birgt keine Überraschungen. Lediglich im Rückraum kommt es zu einer Rotation, Schaffhausens Luka Maros ersetzt Spielmacher Jonas Schelker, der beim stark abstiegsgefährdeten Wetzlar kaum zum Einsatz kommt. «Wir wollen Jonas Zeit geben und ihn wegen der Situation im Verein nicht zu stark forcieren», erklärt Suter, der damit auf Manuel Zehnder als Backup von Regisseur Andy Schmid setzt. Zurück im Team ist zudem Linksaussen Samuel Zehnder, der mit Lemgo eine ausgezeichnete erste Bundesliga-Saison spielt – im März verpasste er die beiden EM-Qualifikationsspiele gegen Ungarn verletzungsbedingt.


Für Diskussionen sorgt die Nichtnomination von Michael Kusio auf der fast schon historischen Problemposition im rechten Rückraum. Im Vergleich mit dem direkten Konkurrenten Nicolas Raemy (Wacker Thun), der ins Kader zurückkehrt, befindet sich Kusio in einer besseren Verfassung und zeigte zuletzt mit den Kadetten Schaffhausen im knapp verlorenen Viertelfinal der European League gegen die Füchse Berlin zwei überzeugende Auftritte auf internationaler Bühne. Trotzdem muss der 24-jährige Berner weiter auf sein siebtes Länderspiel warten, letztmals stand er 2018 mit dem Schweizer Kreuz auf der Brust im Einsatz.


Zwei Schweizer Siege sind Pflicht

Suter freut sich zwar über die steigende Formkurve von Kusio, aufgrund der unterschiedlichen Spielstile der Schweiz und Schaffhausen verzichtet er aber auf den Linkshänder. «Kusio bräuchte Angewöhnungszeit, das ist keine einfach Sache. Deshalb setzen wir weiter auf die Schiene mit Raemy», erläutert der Nationaltrainer seine Wahl, die nicht unumstritten ist. Raemy machte in der ersten Saisonhälfte eine Handball-Pause und ist seit der Rückkehr im Winter noch nicht auf seinem früheren Niveau angekommen.

So oder so, die Schweizer sind gegen Georgien und Litauen Favorit, zwei Siege und die erfolgreiche EM-Qualifikation sind Pflicht. Spaziergänge warten indes nicht auf sie, «beide Gegner werden ihre ganze Energie in die Spiele legen», ist Suter überzeugt. Vor Georgien hat er Respekt, mit dem rechten Rückraumspieler Giorgi Tskhovrebadze (ex Winterthur), Kreisläufer Erekle Arsenashvili und dem linken Aufbauer Nikoloz Kalandadze verfüge es über starke Individualisten. «Georgien macht Fortschritte, doch wir wollen seinen Aufschwung stoppen, Schwachpunkte attackieren und mental stabil auftreten. Wir haben mehr Breite, mehr Erfahrung und Vertrauen in uns.»


EM-Qualifikation, Gruppe 6. 5. Spieltag: Georgien – Schweiz (Mi 26. April, 16 Uhr). Litauen – Ungarn (Do 27. April, 18 Uhr). – 6. und letzter Spieltag: Schweiz – Litauen (So 30. April, 18 Uhr in Winterthur). Ungarn – Georgien (So 30. April, 18 Uhr).

Rangliste: 1. Ungarn 4/8. 2. Schweiz 4/4. 3. Georgien 4/2 (-12). 4. Litauen 4/2 (-20); die beiden Bestklassierten jeder Gruppe und die Hälfte aller Gruppendritten qualifizieren sich für die EM. Bei Punktgleichheit entscheidet die Direktbegegnung.

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