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DÉJA-VU

Die exakt gleichen Halbfinal-Teilnehmer wie bei der Europameisterschaft 2018 in Kroatien stehen heute Freitag in den beiden Halbfinals in Kairo auf dem Feld. Björn Pazen

Bei der WM in Ägypten gewannen mit DÄNEMARK, FRANKREICH, SCHWEDEN und SPANIEN ausschliesslich europäische Mannschaften die Viertelfinals, auch wenn Gastgeber Ägypten es gegen den Titelverteidiger ins erste Siebenmeterwerfen in einem Viertelfinale der gesamten WM-Geschichte schaffte. Nun heissen die beiden Halbfinals Frankreich - Schweden und Dänemark - Spanien. Vor drei Jahren hatten sich Schweden (nach Verlängerung gegen Dänemark) und Spanien (gegen Frankreich) in Zagreb durchgesetzt, am Ende war Spanien erstmals Europameister geworden und hatte diesen Titel 2020 verteidigt. Zuletzt standen die Spanier 2013 in einem WM-Halbfinale - und gewannen am Ende Gold durch einen deutlichen Finalsieg gegen Dänemark nun treffen sich die beiden Teams 2021 bereits im Halbfinal. Frankreich ist mit sechs Titeln Rekordweltmeister, gewann zuletzt 2017 Gold - vor zwei Jahren war es Bronze. Schweden hatte zuletzt 2011 vor heimischem Publikum ein WM-Halbfinale erreicht, dieses aber mit 26:29 gegen Frankreich verloren, der letzte Finaleinzug der «Drei-Kronen-Truppe» ist sogar schon 20 Jahre her. Der Spielplan des Halbfinals 17.30 Uhr Frankreich - Schweden 20.30 Uhr Spanien - Dänemark Zusammenfassung der Viertelfinals Zwei der vier Viertelfinals waren von Dramatik geprägt, zwei weitere waren eher klare Angelegenheiten - und ausgerechnet die beiden Mannschaften, die bislang alle WM-Spiele in Ägypten gewonnen hatten, machten es am spannendsten - Dänemark und Frankreich. Ausgeschieden sind neben Ägypten auch Katar, Ungarn und Norwegen. Spanien - Norwegen 31:26 (21:15) EM-Torschützenkönig Sander Sagosen sass zerknirscht und enttäuscht auf der Bank, während die Spanier eine weitere Fiesta feierten: Norwegen war gegen einen hoch konzentriert auftretenden Europameister chancenlos. Der spanische Matchwinner war Torhüter Rodrigo Corrales, der seinen Laden dichtmachte und 19 Schüsse abwehrte, er erreichte eine Quote von 42 Prozent. Norwegen versuchte alles, aber die spanische Abwehr war überragend, Sagosen traf nur vier Mal (und nur in der ersten Halbzeit). Spanien war bärenstark bei Gegenstössen und effektiv im Positionsangriff. Der Pausenstand von 21:15 war mehr als die Vorentscheidung, Norwegen kam in der 2. Halbzeit nie näher als drei Tore heran. Alex Dujshebaev (8 Tore) und Toptalent Ruben Marchan (6) waren die besten Werfer der Spanier. Nach den WM-Finalniederlagen in den Jahren 2017 und 2019 war der norwegische Traum von WM-Gold frühzeitig geplatzt. In dieser Form ist Spanien der Topfavorit auf den Titel. Die Big Saves von Rodrigo Corrales Schweden - Katar 35:23 (14:10) 21 Minuten lang hielt Katar mit und durfte auf den zweiten Halbfinaleinzug nach 2015 hoffen, doch dann schlug Schweden zurück und drehte ein 7:8 in die 14:10-Halbzeitführung, spätestens beim 25:13 (41.) war die Messe gelesen. Katar fehlten die Mittel im Angriff, denn Schweden stoppte den aktuellen erfolgreichsten WM-Torschützen Frankis Marzo, der nur fünf Tore erzielte. Die schwedische Abwehr war brillant und die neuen Stars Valter Chrintz (Füchse Berlin) und Lucas Pellas glänzten erneut, diesmal mit jeweils acht Toren. Frankreich - Ungarn 35:32 (12:14, 30:30) nach Verlängerung Was für eine Achterbahnfahrt in einem hochklassigen und dramatischen Spiel vom Rekordweltmeister gegen die bisherige Überraschungsmannschaft: Am Ende buchte Frankreich zum 13. Mal bei einer WM das Ticket zum Halbfinale - aber erst nach Verlängerung gegen eine tapfer kämpfende ungarische Mannschaft. Torhüter Roland Mikler (16 Paraden) und Kreisläufer Bence Banhidi (sechs Tore bei sechs Versuchen) waren erneut herausragend bei den Magyaren, die einen Traumstart hingelegt hatten: Wie ein Schnellzug rasten sie über Frankreich, führten 7:1 und 9:3, ehe ausgerechnet der älteste Spieler im verjüngten französischen Kader loslegte. Seine sämtlichen sechs Tore erzielte Linksaussen Michael Guigou zwischen Minute 13 und 28, er kippte die Partie im Alleingang. Das 20:19 in Minute 40 war dann die erste französische Führung, vier Minuten vor Schluss schien die Partie gelaufen, als der französische Barca-Star Dika Mem zum 30:27 traf. Doch Ungarn erholte sich wieder und Banhidi sicherte mit seinem Tor zum 30:30 die Verlängerung. Ein Doppelschlag von Nicolas Tournat und Luc Abalo bedeutete schliesslich das Halbfinale für die glücklichen Franzosen. Der WM-Rekordweltmeister in der Overtime Dänemark - Ägypten 39:38 (16:13, 28:28, 34:34, 35:35) nach zwei Verlängerungen und Siebenmeterwerfen Mikkel Hansen stand kurz davor, die tragische Figur eines historischen Handballthrillers zu werden, aber als der Flensburger Lasse Svan den letzten Strafwurf für die Dänen ins Netz gehämmert hatte, rannte Hansen auf den Matchwinner zu und jubelte vor Freude. Der Reihe nach: Zuerst verursachte der dreimalige Welthandballer des Jahres einen katastrophalen Fehlpass, der mit dem Schlusspfiff der regulärem Spielzeit beim 28:28 dem dänischen Siegtreffer im Weg stand. Dann erhielt der PSG-Star am Ende der ersten Verlängerung die rote Karte, weil er nach einem Pfiff der kroatischen Schiedsrichter den Ball einfach nach oben warf und so den finalen ägyptischen Angriff unterband. Konsequenz war zudem ein Strafwurf für die Gastgeber, und diese Chance zum abermaligen Ausgleich (34:34) und die nächste Verlängerung liess sich Mohammad Sanad nicht nehmen. Wer geglaubt hatte, der Nervenkitzel sei vorbei, wurde vom Gegenteil überzeugt. Ägypten führte 35:34 - und erneut mit der Schlusssekunde entschieden die Schiedsrichter nach erneutem Videostudium auf Rot und Siebenmeter, diesmal auf der anderen Seite - und Kiels Magnus Landin rettet die Dänen mit dem 35:35 ins Siebenmeterwerfen. Und dort war es Welthandballer Niklas Landin, der mit zwei gehaltenen Strafwürfen den Weg ins Halbfinale ebnete, während die Tränen der Ägypter kein Ende nahmen, nachdem Svan das 39:38 erzielt hatte. Trotz Roter Karte und zehn Minuten weniger auf dem Feld war Hansen mit zehn Treffern bester dänischer Werfer. Mikkel Hansen´s Stirnband-Tausch

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