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Alessia Riner fühlt sich wohl in der Bundesliga: «Habe mich in Neckarsulm schnell eingelebt»

Die Entwicklung des Schweizer Frauenhandballs geht in eine immer professionellere Richtung. Das beweist auch die Anzahl Spielerinnen, die ausserhalb der Schweiz engagiert sind. Aktuell sind es elf an der Zahl, die bei Vereinen im Ausland spielen. Eine davon ist Alessia Riner – seit Sommer 2023 spielt sie bei der Sport-Union Neckarsulm in Deutschland. Im Gespräch erzählt die Flügelspielerin, wie es ihr in Deutschland gefällt und was für sie die Unterschiede zum Schweizer Handball sind.

 

Text: Fabiola Hostettler Bild: Alexander Wagner


Alessia Riner am EHF Euro Cup 2024 im Spiel gegen Ungarn.


Die 20-Jährige ist nach dem Umzug im letzten Jahr in ihrem neuen Zuhause rasch angekommen. «Ich habe mich in Neckarsulm sehr gut und auch sehr schnell eingelebt», erzählt sie im Gespräch. Geholfen dabei hat ihr ihre Mitbewohnerin, die auch ihre Mitspielerin ist, wie sie erzählt. Das Team inklusive Trainer hätte ihr den Einstieg ebenfalls leicht gemacht. Dass sie sich wohl fühlt, zeigt sie auch in ihrer Leistung: Aktuell ist Riner die drittbeste Schützin im Team und hat in 17 Spielen 44 Tore für die Sport-Union Neckarsulm erzielt – ein Meisterschaftsspiel hat sie krankheitsbedingt verpasst.

 

Unterschiede zwischen der SPL und der Bundesliga

In der Bundesliga zu spielen sei wegen verschiedenen Gründen anders als in der Schweiz. Die grössten Unterschiede sieht Riner in der Professionalität und dem grundsätzlichen Interesse am Handball. Der sportliche Aufwand sei intensiver, sagt die Zürcherin. Insgesamt absolviert sie mit ihrem Team neun Einheiten in der Woche, eine Kombination aus taktischen, aber auch technischen Handballtrainings, zum Pensum gehören auch mehrere Krafteinheiten. «In Deutschland gibt es beispielsweise viel mehr Zuschauerinnen und Zuschauer an den Spielen», beschreibt die junge Handballerin. Rund 1000 Personen waren im Schnitt in der Heimhalle live dabei, wie die Statistik aus der vergangenen Saison zeigt.


Sportlicher Erfolg noch nicht wie gewünscht

Die Ballei ist die stark besuchte Heimstätte von Neckarsulm, wo Riner schon viele positive Erinnerungen sammeln konnte: «Es gibt immer sehr schöne Emotionen in der Halle.» Und das, obwohl das Team in der bisherigen Saison noch nicht viele sportliche Erfolge erleben durfte – nach 18 Spielen ist das Team auf dem letzten Tabellenplatz, was so viel wie der Abstieg in die zweite Bundesliga bedeuten würde. «Leider stehen wir nicht dort, wo wir das vor der Saison vorgenommen haben. Die Stimmung im Team ist trotzdem noch immer sehr gut», bilanziert Riner. Das ganze Team sei nach wie vor motiviert und glaube daran, die Liga halten zu können. «Ich freue mich auf jedes Spiel und auch auf jedes Training, es macht wirklich Spass mit dem Team», erzählt sie. Egal was ligatechnisch passiert, Alessia Riner wird bis mindestens 2025 bei Neckarsulm bleiben. Sie hat ihren Vertrag verlängert, was der Verein vor wenigen Tagen bekannt gegeben hat. Handball werde bei Neckarsulm Sport-Union sehr professionell gelebt. Es sei nicht in jedem Verein in Deutschland so, unter anderem darum habe sie sich für diesen Schritt entschieden. «Ich bleibe hier nicht nur, weil ich mich wohl fühle, sondern ich sehe nächstes Jahr sehr grosses Potenzial mit dem Team.» Das Gesamtpaket und die Möglichkeiten, sich weiterzuentwickeln, passen für sie sehr gut, so Riner.

 

Zehn weitere Legionärinnen

Nebst Alessia Riner sind insgesamt zehn weitere Schweizerinnen im Ausland engagiert: 

  • Manuela Brütsch, Torhüterin: Bad Wildungen Vipers – Deutschland

  • Melanie Felber, Flügel: Skara HF – Schweden

  • Lisa Frey, Rückraum: HSG Blomberg-Lippe – Deutschland

  • Daphne Gautschi, Rückraum: Plan de Cuques Marseille – Frankreich

  • Norma Goldmann, Rückraum: Bad Wildungen Vipers – Deutschland

  • Charlotte Kähr, Rückraum: Buxtehuder SV – Deutschland

  • Kerstin Kündig, Rückraum: Thüringer HC – Deutschland

  • Tabea Schmid, Kreisläuferin: København Håndbold  – Dänemark

  • Lea Schüpbach, Torhüterin: TuS Metzingen – Deutschland

  • Pascal Wyder, Rückraum: FRISCH AUF! Göppingen – Deutschland (2. Bundesliga)

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